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Märkische Allgemeine

19.10.2011

Babelsberger Faustkämpfer treten zum Auftakt der 1. Bundesliga am Sonnabend in Straubing an

Motor holt zwei Deutsche Meister

von DETLEF BRAUNE

Zwei deutsche Meister verstärken künftig die Boxstaffel von Motor Babelsberg. Manager und Trainer Ralph Mantau verpflichtete für die neue Saison in der 1. Bundesliga Schwergewichtsmeister Stefan Köber sowie den Schweriner Arayk Marutyan, Titelträger im Weltergewicht. Köber, der am Bundesleistungsstützpunkt in Frankfurt (Oder) trainiert, kann bei Bedarf auch im Superschwergewicht zum Zuge kommen.

Mit weiteren Zugängen sowie altbewährten Aktiven wollen die Babelsberger wieder an bessere Box-Zeiten anknüpfen. Den Auftakt vollziehen die Havelstädter am Sonnabend auswärts um 20 Uhr beim BC Straubing in Bayern.

Das mannschaftliche Amateurboxen soll hierzulande wieder in geordneten Bahnen stattfinden. Die internationale 1. Bundesliga hatte sich in zwei Jahren als Flop erwiesen. Motor war nach dem ersten Jahr ausgestiegen. Stattdessen traten die Babelsberger in der vergangenen Saison in der 2. Bundesliga an. Dort erlebte die traditionsreiche Staffel den nächsten Reinfall und wurde unter fünf Teams nur Letzter. Schlechterdings wurde sogar noch der einzige Sieg aberkannt. Der BC Straubing monierte den späten Termin der ärztlichen Untersuchung von Motor-Kämpfer André Kurtz und bekam vom Deutschen Box-Verband (DBV) Recht. „Die letzte Saison mit vielen Verletzten und halbierten Zuschauerzahlen zu Hause waren für uns der absolute Tiefpunkt“, beklagte Mantau. Zuletzt fanden sich weniger als 300 Fans am Ring ein.

Vorbei sein soll auch der Kleinkrieg, den die Babelsberger über Jahre mit dem DBV geführt haben. Neben dem Austragungsmodus ging es um die Ansetzungen der Kampfrichter sowie Termine.

„Wir haben uns mit dem Verband zusammengerauft“, sagt Mantau. Allerdings fällt künftig die von ihm und anderen Vereinen angestrebte Sechserstaffel flach. Dies würden die internationalen Termine nicht hergeben, hieß es. So kommt es zu zwei Gruppen mit je drei Mannschaften. Bei der Auslosung des Verbandes anlässlich der Frauen-Meisterschaften Ende August in Straubing spielte Mantau Glücksbringer – und griff aus Babelsberger Sicht voll daneben. Denn für die Staffel A zog er neben Babelsberg und Straubing den Abonnementmeister BC Velbert. In der Staffel B stehen sich Hertha BSC Berlin, der Nordhäuser SV sowie der BSK Seelze gegenüber. So kommt es in der Gruppenphase nur zu jeweils zwei Heimkämpfen. Das weitere Duell (auswärts und zu Hause) bestreiten die jeweils gleichplatzierten Mannschaften beider Staffeln.

Namentlich scheinen die Mantau-Schützlinge gut gerüstet zu sein. Neu im Aufgebot sind auch der farbige Bashir Hassan (56 kg) aus Schweden, Grigori Tulakov (60 kg) aus Augsburg sowie der Russe Jaroslav Minin (75 kg) aus St. Petersburg. Minin trainierte bereits in Babelsberg und hofft jetzt auf die Erteilung eines Visums. Der Tscheche Chladek Zdenek (64 kg) ist Rückkehrer. Er hatte bereits vor zwei Jahren mit starken Auftritten überzeugt. Nicht mehr dabei ist Artem Harutyunyan (64 kg). Hertha BSC versprach ihm eine höhere Gage.

Mantau sagt vor der neuen Saison: „Wir wollen die Fans zurückgewinnen und gute Kämpfe bieten.“ Vom einstigen 60 000-Euro-Etat ist allerdings nicht mehr die Rede.

 

 

Potsdamer Neueste Nachrichten

09.08.2011

Klarheit im Ring

Babelsbergs Motor-Boxer kämpfen in der am besten besetzten Staffel

von HENNER MALLWITZ

Die Wogen scheinen geglättet, die Missverständnisse beseitigt: Bei der Zusammenkunft der Oberen des Deutschen Boxsport-Verbandes (DBV) und der Chefs der sechs Bundesligavereine in Straubing fanden die Herren trotz langwieriger Querelen am Wochenende schnell einen Kompromiss für die Gestaltung der Ersten Bundesliga. Einerseits wurde festgelegt, dass im Oberhaus des deutschen Amateurboxsports künftig keine ausländischen Vereine mehr um die Meisterschaft kämpfen. In der Vergangenheit hatte man schon einmal dänische, polnische und niederländische Vertreter mit ins Boot geholt.

Eine weitere Einigung wurde bei der Zusammensetzung der Bundesliga erzielt. Die Vereine hatten anfangs eine Sechsergruppe favorisiert – nicht zuletzt, weil jedes Team somit fünf Heimkämpfe auszutragen hätte. Der DBV hatte hingegen die Einteilung in zwei Dreiergruppen vorgeschlagen und setzte sich am Ende damit auch durch. „Wir haben nun zwar einen Heimkampf weniger, aber damit kann jeder von uns leben“, sagte Ralph Mantau. Der Trainer und Manager des SV Motor Babelsberg zeigte sich sichtlich zufrieden mit dem Ausgang des Gesprächs: „Da muss es beim DBV-Führungsgremium einen Ruck gegeben haben. Alles läuft jetzt im Sinne der teilnehmenden Vereine“, so Mantau, der von den anderen Vertretern in Straubing zum Ligasprecher gewählt wurde und nun auch Stimmrecht bei künftigen DBV-Entscheidungen hat.

Als frisch gewähltem Sprecher kam Mantau auch die Aufgabe als „Glücksfee“ zu, doch dieser schien er nicht ganz gewachsen. Sein Griff in den Lostopf bescherte ausgerechnet seinem eigenen Verein die am stärksten besetzte Staffel: In der neuen Bundesligasaison werden die Männer vom Babelsberger Konsumhof gemeinsam mit dem deutschen Rekordmeister Velberter BC und dem BC Straubing um den Staffelsieg boxen. Die andere Staffel bilden schließlich die KG Hertha BSC/BC Cottbus, der BSK Seelze und der Nordhäuser SV. Neben der sportlichen Herausforderung kommen auf die Motor-Mannen nun auch weite Reisen von 500 und 600 Kilometern zu.

Der Saisonstart ist für den 22. Oktober vorgesehen: Dann empfangen die Babelsberger aller Wahrscheinlichkeit nach den Velberter BC. Bis dahin gönnen sich die Athleten noch ein wenig Ruhe – erst Ende des Monats bittet Mantau zum Trainingsauftakt. Der tschechische Halbschwergewichtler Chladek Zdenek bereitet sich in seiner Heimat vor und auch Schwergewicht Vitalius Subacius wird fehlen. Der mehrfache litauische Meister weilt im Hinblick auf seine WM-Teilnahme in Aserbaidschan zum Trainingslager in Weißrussland.

Mit den beiden Kölnern Artur Brill im Leicht- und Denis Radovan im Mittelgewicht stoßen indes zwei Deutsche U 21- Meister ins Team. Mit zwei Halbschwergewichtlern ist Mantau noch in Gesprächen: „Das sieht aber alles sehr gut aus.“