Zwei deutsche Meister verstärken künftig die Boxstaffel von Motor Babelsberg. Manager und Trainer Ralph Mantau verpflichtete für die neue Saison in der 1. Bundesliga Schwergewichtsmeister Stefan Köber sowie den Schweriner Arayk Marutyan, Titelträger im Weltergewicht. Köber, der am Bundesleistungsstützpunkt in Frankfurt (Oder) trainiert, kann bei Bedarf auch im Superschwergewicht zum Zuge kommen.
Mit weiteren Zugängen sowie altbewährten Aktiven wollen die Babelsberger wieder an bessere Box-Zeiten anknüpfen. Den Auftakt vollziehen die Havelstädter am Sonnabend auswärts um 20 Uhr beim BC Straubing in Bayern.
Das mannschaftliche Amateurboxen soll hierzulande wieder in geordneten Bahnen stattfinden. Die internationale 1. Bundesliga hatte sich in zwei Jahren als Flop erwiesen. Motor war nach dem ersten Jahr ausgestiegen. Stattdessen traten die Babelsberger in der vergangenen Saison in der 2. Bundesliga an. Dort erlebte die traditionsreiche Staffel den nächsten Reinfall und wurde unter fünf Teams nur Letzter. Schlechterdings wurde sogar noch der einzige Sieg aberkannt. Der BC Straubing monierte den späten Termin der ärztlichen Untersuchung von Motor-Kämpfer André Kurtz und bekam vom Deutschen Box-Verband (DBV) Recht. „Die letzte Saison mit vielen Verletzten und halbierten Zuschauerzahlen zu Hause waren für uns der absolute Tiefpunkt“, beklagte Mantau. Zuletzt fanden sich weniger als 300 Fans am Ring ein.
Vorbei sein soll auch der Kleinkrieg, den die Babelsberger über Jahre mit dem DBV geführt haben. Neben dem Austragungsmodus ging es um die Ansetzungen der Kampfrichter sowie Termine.
„Wir haben uns mit dem Verband zusammengerauft“, sagt Mantau. Allerdings fällt künftig die von ihm und anderen Vereinen angestrebte Sechserstaffel flach. Dies würden die internationalen Termine nicht hergeben, hieß es. So kommt es zu zwei Gruppen mit je drei Mannschaften. Bei der Auslosung des Verbandes anlässlich der Frauen-Meisterschaften Ende August in Straubing spielte Mantau Glücksbringer – und griff aus Babelsberger Sicht voll daneben. Denn für die Staffel A zog er neben Babelsberg und Straubing den Abonnementmeister BC Velbert. In der Staffel B stehen sich Hertha BSC Berlin, der Nordhäuser SV sowie der BSK Seelze gegenüber. So kommt es in der Gruppenphase nur zu jeweils zwei Heimkämpfen. Das weitere Duell (auswärts und zu Hause) bestreiten die jeweils gleichplatzierten Mannschaften beider Staffeln.
Namentlich scheinen die Mantau-Schützlinge gut gerüstet zu sein. Neu im Aufgebot sind auch der farbige Bashir Hassan (56 kg) aus Schweden, Grigori Tulakov (60 kg) aus Augsburg sowie der Russe Jaroslav Minin (75 kg) aus St. Petersburg. Minin trainierte bereits in Babelsberg und hofft jetzt auf die Erteilung eines Visums. Der Tscheche Chladek Zdenek (64 kg) ist Rückkehrer. Er hatte bereits vor zwei Jahren mit starken Auftritten überzeugt. Nicht mehr dabei ist Artem Harutyunyan (64 kg). Hertha BSC versprach ihm eine höhere Gage.
Mantau sagt vor der neuen Saison: „Wir wollen die Fans zurückgewinnen und gute Kämpfe bieten.“ Vom einstigen 60 000-Euro-Etat ist allerdings nicht mehr die Rede.

